BSC BSC im Mittelstand Hans-Jörg Vohl Zurück zur Übersicht
GLOSSAR

Glossar

Wichtige Begriffe rund um die Balanced Scorecard kompakt erklärt.

Anreizsystem

Bewusst gestaltete Arbeitsbedingungen, um direkt oder indirekt positiv auf das Verhalten und die Leistung von Mitarbeitern einzuwirken. Im engeren Sinne die Lohngestaltung und die daraus abgeleiteten Entlohnungsgrundsätze, im weiteren Sinne alle Maßnahmen, die verhaltensbeeinflussend wirken können — vom Führungssystem über Prämiensysteme bis zu immateriellen Anreizen wie Aufstiegschancen oder herausfordernder Arbeit.

Ausgewogenheit

Eines der Prinzipien der BSC. Das Prinzip folgt der Erkenntnis, dass ein ausgeglichenes Zielsystem den Gesamtnutzen und Erfolg des Unternehmens erhöht. Sind Ziele und Maßnahmen nicht rechtzeitig abgestimmt worden, können sie sich widersprechen oder zumindest behindern.

b2b (business to business)

Kommunikation und Datenaustausch von Unternehmen untereinander über das Internet. Durch b2b findet eine Veränderung (Verbesserung) bestehender Geschäftsprozesse statt — beispielsweise Bestellungen und Abfragen von Lagerbeständen oder Lieferzeiten. Komplizierte Prozesse zwischen Unternehmen lassen sich harmonisieren und integrieren.

Balanced Scorecard (BSC)

Ausgewogenes Kennzahlensystem zur Strategieumsetzung. Die BSC bildet Strategie über mehrere ausgewogene Perspektiven (typisch: Finanzen, Kunden, Prozesse, Lernen & Entwicklung) ab und verknüpft Vision, Ziele, Kennzahlen, Zielwerte und Maßnahmen in einem zusammenhängenden Steuerungsmodell.

Benchmarking

Systematischer Vergleich der eigenen Leistung mit Best-Practice-Unternehmen, um Verbesserungspotenziale zu identifizieren. Im BSC-Kontext oft bei der Festlegung von Zielwerten genutzt.

Change Management

Siehe Veränderungsmanagement.

Commitment

Selbstverpflichtung und innere Bindung an gemeinsam vereinbarte Ziele. Im BSC-Kontext entscheidend für die Akzeptanz von Maßnahmen und die nachhaltige Strategieumsetzung.

Controlling

Steuerungsfunktion im Unternehmen, die Planung, Kontrolle und Information umfasst. Die BSC erweitert klassisches Controlling um zukunftsgerichtete und „weiche" Faktoren.

Halbwertszeit von Strategien

Bezeichnet die Zeitspanne, in der eine Strategie ihre Gültigkeit beibehält. Sinkende Halbwertszeiten bedeuten, dass Strategien häufiger überprüft und angepasst werden müssen.

Kausalität

Prinzip der BSC: Betrachtet werden stets Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge. Mit der Einführung und dem „Betreiben" einer BSC soll die Fähigkeit gefördert werden, in diesen Zusammenhängen zu denken und zu handeln. Alle Maßnahmen werden aus dem obersten Zielsystem abgeleitet und sind umgekehrt darauf zurückzuführen.

Kennzahl

Messbare Größe, die einem Ziel zugeordnet ist und seinen Erreichungsgrad ausdrückt. In der BSC werden meist ein bis zwei Kennzahlen pro Ziel verwendet, um Übersichtlichkeit zu wahren.

KMU (Kleine und mittlere Unternehmen)

Im Mittelstand zusammengefasste Unternehmenskategorie. Definitionen variieren — gemeinsam ist eine geringere Komplexität der Organisation und oft eine starke Prägung durch Inhaber/Geschäftsführer.

Kommunikation

Bildet das Herzstück des Veränderungsmanagements. Bereits während der ersten Schritte auf dem Weg zur BSC muss viel erklärt und kommuniziert werden, um langfristig die notwendige Akzeptanz herzustellen.

Kongruenzprinzip

Auch Prinzip der Übereinstimmung von Aufgabe, Kompetenz und Verantwortung. Drei Fragen: Welches Ergebnis soll erzielt werden? Welche Fähigkeiten, Ressourcen und Befugnisse werden benötigt? Welche Verantwortung ist mit der Erfüllung verbunden?

Kontinuität

Prinzip der BSC. Die Einführung der Balanced Scorecard beruht auf der Absicht, kontinuierlich zu steuern. Das Prinzip sichert das langfristige Überleben der Balanced Scorecard und gewährleistet ihren anhaltenden Nutzen.

Leistungstreiber

Vorlaufende, „weiche" und zukunftsgerichtete Faktoren, die heute beeinflusst werden, um künftige Ergebnisse zu sichern (z. B. Mitarbeiterkompetenz, Innovationskraft). Pendant zu den nachlaufenden Ergebniskennzahlen.

Mission

Selbstverständnis und Auftrag eines Unternehmens. Die Mission beschreibt, wofür das Unternehmen steht und welchen Zweck es erfüllt.

Mittelstand

Sammelbegriff für kleine und mittlere Unternehmen mit oft inhabergeführter Struktur, geringerer Komplexität und einer starken regionalen oder personellen Prägung. Charakteristisch sind direkte Kommunikationswege und schnelle Entscheidungen.

Perspektive (in der BSC)

Sichtweise, unter der Ziele zur Strategieumsetzung gruppiert werden. Klassisch sind die vier Perspektiven Finanzen, Kunden, Prozesse sowie Lernen & Entwicklung.

Prinzipien der BSC

Übergeordnete Regeln, die die Erfolgswahrscheinlichkeit einer BSC-Einführung erhöhen: Top-Down, Subsidiarität, Kongruenz, Ausgewogenheit, Teamarbeit, Übersichtlichkeit/Einfachheit, Visualisierung, Verbindlichkeit, Kausalität, Kommunikation, Kontinuität.

Scorecard

Kompakte Übersicht über Ziele, Kennzahlen, Zielwerte und Maßnahmen — meist auf einer Seite, gegliedert nach Perspektiven.

Stakeholder

Anspruchsgruppen eines Unternehmens — Mitarbeiter, Kunden, Lieferanten, Eigentümer, Kreditgeber, Öffentlichkeit. In der BSC werden zentrale Stakeholder bewusst in die Zielbildung einbezogen.

Strategie

Langfristige, zielorientierte Vorgehensweise zur Erreichung übergeordneter Unternehmensziele. Die BSC dient der konsequenten Umsetzung einer vorhandenen Strategie.

Strategische Landkarte

Visualisierung der Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zwischen den Zielen einer BSC. Macht die strategische Logik des Unternehmens auf einen Blick erkennbar.

Strategie-fokussierte Organisation

Konzept von Kaplan und Norton: Eine Organisation, in der die Strategieumsetzung zur tagtäglichen Arbeit jedes Mitarbeiters wird — angestrebter Schlusspunkt einer konsequenten BSC-Einführung.

Subsidiarität

Prinzip, das besagt, dass hierarchisch höhere Gruppen oder Personen nur dann aktiv werden sollten, wenn Aufgaben nicht besser durch hierarchisch tiefer angesiedelte Gruppen übernommen werden können. Hilft bei der Delegation.

Top-Down-Prinzip

Vorgehensweise von „oben" (Geschäftsführung) nach „unten" (Mitarbeiter). Beim Aufbau einer BSC startet man bei den Zielen der Unternehmensleitung und kaskadiert dann nach unten.

TQM (Total Quality Management)

Umfassender Managementansatz mit dem Ziel kontinuierlicher Qualitätsverbesserung. Lässt sich mit der BSC verbinden — TQM-Aktivitäten finden ihren Platz oft in der Prozess-Perspektive.

Übersichtlichkeit und Einfachheit

Prinzip der BSC. Sorgt durch wenige Ziele und Kennzahlen sowie eine einfache Vorgehensweise für ein Maximum an Zielgenauigkeit und ein Minimum an Intransparenz.

Veränderungsmanagement

Strukturierte Begleitung von Veränderungsprozessen im Unternehmen mit besonderem Fokus auf die menschlichen, kulturellen und organisatorischen Dimensionen. Eng verbunden mit der BSC: Strategieumsetzung gelingt nur, wenn Mitarbeiter die Veränderung mittragen.

Verbindlichkeit

Prinzip der BSC, das fordert, klare Vereinbarungen zu treffen, die mit einer eindeutigen Verteilung von Aufgaben und Verantwortungen verbunden sind. Dazu gehört in der Regel auch eine Selbstverpflichtung.

Vision

Bild der angestrebten Zukunft eines Unternehmens. Liefert Orientierung und Motivation und bildet den Ausgangspunkt für strategische Stoßrichtungen.

Visualisierung

Prinzip, das die grafische und optische Aufbereitung von Arbeitsergebnissen und Zwischenergebnissen fordert. Aufgezeichnete Prozesse oder Organisation helfen, Missverständnisse aufzudecken und Diskussionen über die richtigen Wege auszulösen.

Zielwert

Konkrete Ausprägung einer Kennzahl, die zu einem definierten Zeitpunkt erreicht werden soll. Kombiniert ambitionierten Anspruch mit Realismus.